Klimawandel, wachsende Erdbevölkerung und eine nicht nachhaltige Landwirtschaft führen zu einer Verknappung von Trinkwasser und Nahrungsmittel auf der Welt.

- Neue Technologien machen verödete Gebiete wieder urbar
In absehbarer Zeit wird es nicht mehr für alle Menschen auf der Erde ausreichend sauberes Trinkwasser und Essen geben. Diese Realitäten waren die Basis für die Idee zur Technologie der britischen Firma Seawater Greenhouse Ltd.
Die Firma bietet eine preiswerte Lösung an, mit der in den heißesten und trockensten Regionen der Welt ganzjährig Pflanzen produziert werden können. Sie realisieren dieses mit Seewasser und Sonnenlicht. Die Technologie imitiert natürliche Prozesse und kann sogar ehemals unfruchtbares Land wieder rekultivieren.
Die Technologie bietet viele Vorteile. Selbst im feindlichen Wüstenklima können ideale Wachstumsbedingungen für Pflanzen im Gewächshaus geschaffen werden. Süßwasser zur Bewässerung wird aus Seewasser und Sonnenlicht erzeugt. Das System benötigt kein Süßwasser, keine teuren Entsalzungsanlagen oder mit fossiler Energie betriebene Klimakontrollsysteme.
Somit bietet die neue Technologie sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile.
Mit dieser Technologie kann ein großes Spektrum an Früchten, Gemüse oder Blumen in den trockensten Regionen der Erde produziert werden. Die Technologie ist skalierbar, d.h. sie lässt sich einfach an die benötigte Größenordnung anpassen. Die Gewächshäuser sind modular aufgebaut und lassen sich verhältnismäßig einfach erweitern.
Der Prozess
Das Seewasser wird an einer Seite des Gewächshauses verdampft um ein kühleres, feuchtes Klima im Inneren zu erzeugen.
Ein Teil des verdampften Seewassers kondensiert zu Süßwasser mit dem die Pflanzen bewässert werden.
Überschüssiges erzeugtes Süßwasser kann zur Bewässerung weiterer Pflanzen verwendet die außerhalb des Gewächshauses kultiviert werden.

Die Luft, die in das Gewächshaus eindringt, wird zuerst durch Salzwasser aus dem Meer heruntergekühlt und befeuchtet.
Sie schafft ein ideales Klima für das Wachstum der Pflanzen.
Zur Produktion von Trinkwasser wird die Luft, nachdem sie die Pflanzen passiert hat, durch einen zweiten Verdampfer geleitet über den weiteres Seewasser fliesst. Dieses Meerwasser wurde in einem Rohrleitungsnetz über den Pflanzen von der Sonne erhitzt, so dass die Luft noch viel heisser wird und noch mehr Feuchtigkeit aufnimmt.
Wenn diese feuchtheiße Luft auf kühlere Oberflächen trifft, kondensiert der Dampf zu Wassertropfen die nach unten rinnen, wo sie gesammelt werden.
Das verhältnismäßig kühle und feuchte Klima im Gewächshaus lässt die Pflanzen mit sehr wenig Wasser auskommen.
Wenn Pflanzen nicht durch übermässiges “Schwitzen” gestresst werden, fallen sowohl der Ertrag und die Qualität besser aus.
Die Einfachheit des Prozesses imitiert den Wasserkreislauf der Natur wo die Sonne Seewasser verdampft. Das Wasser kühlt sich ab, bildet Wolken und kehrt schließlich in Form von Regen, Nebel oder Tau zur Erde zurück.
Das System benötigt tagsüber elektrische Energie für Pumpen und Ventilatoren. Dieser Strom kann über Solarenergie gedeckt werden. Pro Quadratmeter werden nur ca. 2 – 3 Watt benötigt.
Die Vorteile
- Süßwasser wird ohne den Einsatz teurer Chemie gewonnen
- Sonne und Seewasser steuern die Wachstumsbedingungen. Es werden keine fossilen Brennstoffe zur Temperaturregelung benötigt, wie dies bei herkömmlichen Gewächshäusern der Fall ist.
- Der Einsatz von Seewasser in den Verdampfern hat einen bioziden und reinigenden Effekt auf die zirkulierende Luft. Hierduch erübrigt sich der Einsatz von Pestiziden.
- Durch die Technologie kann Land bewirtschaftet werden das eigentlich für Landwirtschaft ungeeignet wäre.
- Kostengünstig: geringer Kapitalbedarf (ca. 140$ pro Quadratmeter) und niedrige Betriebskosten
- Salz, das im Prozess gewonnen wird, kann verkauft werden. Andere Mineralien können z.B. als Dünger verwendet werden.
Das System kann in allen heißen Regionen der Welt in Nähe zum Meer betrieben werden.
Besonders in Wüstenregionen und Entwicklungsländern macht der Einsatz Sinn.